von 1920 bis heute

Die sportliche Geschichte des MTV Wilstedt

Inhaltsverzeichnis:

 

 

 

Gründung

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Schon in den Jahren 1912, 1913 und 1914 turnte eine Gruppe von 6 bis 8 Männern unter dem Sportinteressierten Lehrer Wöltjen im Gemeindesaal der Kirche. Bestrebungen zur Gründung eines Vereins schlugen allerdings fehl. Der Geburtstag des MTV fiel nach dem 1.Weltkrieg auf den 16.09.1920. Auf der für diesen Tag einberufenen Gründungsversammlung trugen sich 33 junge Männer durch „eigenhändige“ Unterschrift in die Mitgliederliste ein. Eine Woche später wurde auf einer weiteren Zusammenkunft der Vorstand gewählt: Vorsitzender: Wilhelm Hastedt; stellvertr. Vors.: Johann Bahrenburg; Schriftführer: Fritz Gieschen; Kassenwart: Wilhelm Schröder; Turnwart und Vorturner: Johann Schröder; 2. Vorturner: Georg Brünings; 3. Vorturner: Heinrich Hohgräfe. Diese Männer sind demnach als die ursprünglichen Hauptinitiatoren bei der Erweckung des turnerischen Lebens in Wilstedt anzusehen.

 

Die ersten Riegen und Betreuer

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Der Arbeitsbereich des Vereins umfasste zunächst das reine Turnen an Geräten. Dieser Sachverhalt kommt auch in der Wahl des Vereinsnamens „Männerturnverein“ zum Ausdruck. In einem Protokoll vom 31.07.1921 werden 3 Riegen genannt: Männerriege, Jugendriege und Knabenriege. Sie wurden von Vorturnern betreut, wobei die Ältesten abwechselnd den Jugendlichen und den Knaben vorturnten. Jedes ältere Mitglied übernahm also einen Teil der Übungs- und Ausbildungsarbeit. Bei solcher Zusammenarbeit kamen pädagogische Wirkungen zur Geltung. Das sollte auch so sein. Die Niederschriften sprechen anfangs von „Zöglingen“, ab 1931 von „Turnschülern/innen“. Als langjährige Betreuer werden Georg Brünings, Johann Müller und Fritz Böhling erwähnt. Das Ausschöpfen dieses pädagogischen Teilinhaltes der Turnerei und des Sports hat sich die Turn- und Sportbewegung seit ihrer Geburtsstunde unter dem Turnvater Jahn als Aufgabe gesetzt. Im Ursprung zwar stark national ausgerichtet, trägt sie heute wesentlich zur staatsbürgerlichen Erziehung demokratischer Prägung bei.

Obwohl der Verein von Anfang an seine Vorturner und Übungsleiter unterstützte, war es später nicht immer leicht, Männer und Frauen zu finden, die fähig und gewillt waren, diese Aufgaben zu übernehmen.

 

Damenriege

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Am 6.07.1924 wurde eine „Damenriege“ gegründet. „Es hatten sich hierzu schon 12 junge Mädchen eingefunden, welche mit Freuden aufgenommen wurden,“ berichtet das Protokoll. Langjähriger Vorturner für die Damenriege war Fritz Böhling. Ab 1953 leistete Helmut Krause diese Arbeit für einige Zeit. Leider fand sich keine Turnerin für die Aufgabe. Vor allem bezüglich der gymnastischen Betreuung wäre das besser gewesen. 1955 hatte der MTV für kurze Zeit das Glück eine ausgebildete Heilgymnastin, Frau Evers, als Frauenwartin zu gewinnen. Es bildete sich eine etwa 20 Personen starke Frauenriege, die im Saale Schnackenberg vor allem gymnastische Übungen durchführte. Seit 1967 übernahm Elisabeth Ensslen diesen Arbeitsbereich und erfüllte ihn mit Leben. Es wird vorwiegend Gymnastik betrieben.

 

Männerriege

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Eine Altersriege für Männer wurde am 16.01.1928 gegründet. Von ihr ist jedoch in den nachfolgenden Protokollen nicht mehr die Rede. Sie lief vermutlich wieder auseinander, weil sich kein Übungsleiter fand.

 

Kinderriegen

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In einem Protokoll vom 16.01.31 taucht der Begriff „Turnschülerinnen“ auf. Anscheinend führte der Verein damals das eigentliche Kinderturnen – auch für Mädchen – ein. Nach dem 2.Weltkrieg haben sich Anna und Margarethe Prüß sowie Johann Otten und Johann Bahrenburg, von 1953 bis 1967 Hermann Meyer in diesem Arbeitsbereich eingesetzt. Der letztere turnte 14 Jahre lang an zwei Nachmittagen pro Woche mit Kindern verschiedenen Alters. Später wirkten in dieser Sparte engagiert mit: Hanna Schulz, Hermann und Ingrid Poppe, Elisabeth Ensslen, Ilse Windler, Elisabeth Borgfeldt, Anita Richter, Anke Mojen und Gudrun Kühn. Die Notwendigkeit dieser Arbeit wird immer dringlicher. Kommen doch bereits etwa ein Drittel aller Kinder mit Haltungsschäden in die Schule. Das ist der Tribut, den unser modernes Leben mit seiner hoch entwickelten Technik und Bewegungsarmut fordert. Sporttreiben wird zur Lebensnotwendigkeit.
 

Turnen

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Die Sparte Turnen vertrat lange Zeit Johann Bahrenburg (Ostlandstraße). Diese Arbeit wurde auf eine immer breitere Basis gestellt und ausgedehnt bis auf Kleinkinderturnen gemeinsam mit Müttern.

 

Leichtathletik

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Auch die Leichtathletik fand mehr und mehr Berücksichtigung in der Vereinsarbeit. Am 1.02.1948 wurde erstmalig ein spezieller Leichtathletikwart gewählt (Johann Otten). Für eine Reihe von Jahren betreute Johann Bahrenburg den Bereich mit. Dass der Verein auf diesem Gebiet nicht müßig war, bezeugen viele Schleifen und Urkunden von Mitgliedern.

 

Sportabzeichen

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Der Arbeitsbereich Sportabzeichen wurde 1953 eingeführt. Hermann Meyer übernahm diese Aufgabe. Zusammen mit Heinrich Meyer führte er von Jahr zu Jahr mehr Prüfungen durch, die zumeist an den Sonntagvormittagen im Sommer stattfanden.

 

Lauftreff

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Ab 1980 trafen Frauen und Männer zusammen, um zwecks Fitnessgewinns gemeinsam zu laufen. Die Laufstrecken konnten nach persönlichem Vermögen gewählt werden: 5, 10, 20 oder 42,195 km (Marathon). Die Läufer beteiligten sich auch an Veranstaltungen im Ausland. 1983 führte der „Lauftreff“, so nennt sich die neue Sparte, erstmals einen internationalen Abendvolkslauf in Wilstedt durch, der mit einem Feuerwerk auf dem Sportgelände endete.

 

Fußball

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Am 11.08.1947 wurde eine Fußballabteilung ins Leben gerufen. Sie existierte jedoch nur bis Ende 1951. Die Fußballabteilung erlebte allerdings am 25.04.1959 ihre Wiedergeburt. Walter Thoden übernahm den Obmannsposten. Spielführer wurde Klaus Sackmann. Zur Saison 1959/60 meldete die Sparte eine Herrenmannschaft. Ein bis zwei Jahre später folgten ein zweites Herrenteam, eine Jugend- und eine Schülermannschaft. 1961 errang die 1. Herren die Staffelmeisterschaft in der Kreisklasse Süd. Sie stieg damit in die Kreisliga Bremervörde auf. 1973 gewann sie die Meisterschaft in dieser Klasse, spielte 1 Jahr in der Bezirksklasse und kehrte dann in die Kreisliga zurück.

Mit der 2. Herren gab es häufig Aufstellungsprobleme. Erfolge blieben aus, die Motivation ließ nach. Zeitweilig jedoch lief es später besser. Hugo Hinz gründete 1973 die Alt-Herren-Mannschaft. Sie gewann 1978/79 die Staffelmeisterschaft. Von 1973 bis 1976 gelang es E- bzw. D-Jugendteams wiederholt, Meister zu werden (Betreuer: Hermann Tiede, Klaus Alder).

 

Prellball

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1970 fanden sich 12 Männer zu einer Prellballmannschaft zusammen. Der wöchentlich einmal angesetzte Spielabend dient ausschließlich dem persönlichen Fitnesstraining der Teilnehmer. Wettkampfambitionen bestehen nicht.

 

Volleyball

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1975 bildete sich eine Volleyballmannschaft. Teilnehmer waren anfangs zumeist Jugendliche, später auch Männer. Sie spielten ebenfalls abends einmal pro Woche. Einige Jahre existierte auch noch eine Damenmannschaft unter der Betreuung von Bernd Blanken. Die Volleyballer/innen bestreiten auch Wettkämpfe und Punktspiele.

 

Tischtennis

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1958 scheiterte ein Versuch, eine Tischtennisabteilung zu gründen. Unter der Initiative von Detlev Ohse gelang das jedoch 1972. Nach etwas mühevollem Beginn eroberte sich die neue Sparte für eine Reihe von Jahren ihren Platz in der Vereinsarbeit. Als aber der Betreuer Günter Sinken 1989 seine Mitarbeit aufgab, zerfiel die Abteilung und löste sich 1990 auf. Es war kein neuer Übungsleiter zu finden.

 

Reiten

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1963/64 schlug das Vorhaben fehl, dem MTV eine Reitabteilung anzufügen. Die Ausbildung sollte Hermann Heitmann, das Voltigieren mit Kindern Henny Kuhrs übernehmen. 1964 wird noch eine Reitjagd mit 19 Teilnehmern hoch zu Ross erwähnt, danach wurden die Gruppen nicht wieder genannt.

 

Schach

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Auf Initiative von Heiner Krentzel, der etwa 15 Jahre im Vorstand mitwirkte, entstand 1979 eine Schachgruppe. Deren Leitung übernahm er selbst bis 1989, dann folgte Gustav Michael und seit 1993 Torsten Schier.

 

Musik

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Auch an die Pflege des Liedgutes dachte man. Recht oft ist in den Protokollen vermerkt, dass am Beginn bzw. Schluss von Zusammenkünften Turnerlieder gesungen wurden.

Auf dem Foto aus dem Jahre 1926 sind bereits Spielmänner zu sehen. Demnach muss es bald nach der Gründung des MTV auch einen Spielmannszug gegeben haben. Leiter soll zunächst Hohgräfe gewesen sein. Am 04.07.1933 beauftragte der Vorstand Wilhelm Brandes mit der Betreuung. Ein Jahr später ist von Streitigkeiten untereinander die Rede, und anschließend findet sich kein diesbezüglicher Hinweis wieder. Nach dem 2. Weltkrieg hat der Schützenverein diese Arbeit mit gutem Erfolg aufgenommen und entwickelt bis hin zur derzeitigen Blaskapelle.

Diverse

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Auch das Spiel pflegte man, wenigstens zeitweilig. So spricht das Protokoll vom 16.01.1928 von einer Schnitzeljagd, die veranstaltet werden soll. In dem Vorstand desselben Jahres ist erstmals ein Spiel- und Sportwart vertreten.

 

1950 wurde eine Handballabteilung gegründet. Sie existierte jedoch nur bis Ende 1951.

 

Auch eine 1958 aufgestellte Boxgruppe traf das gleiche Schicksal.

 

Eine Laienspielgruppe gab es bereits 1924. Sie wurde nach dem 2.Weltkrieg neu belebt. Von 1950 bis 1960 trat sie in jedem Winter mit einer Aufführung hervor. Hermann Meyer betreute diese Spielerschar. Die Theaterabende fanden immer großen Anklang. Mehrmalige Theateraufführungen erbrachten das Geld für den Kauf einer Vereinsfahne. Doch dann erlahmte das Interesse am Spiel.

  

Höhepunkte

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An Sportfesten und Wettkämpfen beteiligte sich der MTV Wilstedt recht rege. Immer wieder finden sich Hinweise darüber in den Niederschriften. Höhepunkt in diesem Zusammenhang bildeten das Verbandsturnfest vom 09.06.1927 in Wilstedt, sowie das Unterkreisturnfest vom 27./28.06.1936. Zum 1100-jährigen Jubiläum unseres Heimatortes Wilstedt fand 1960 das 14. Kreis-Turn- und Sportfest hier statt. Vom 24.06. bis 26.06.1960 stand das Dorf im Zeichen der vier F. Wesentliche Ausschnitte dieser sportlichen Großveranstaltung sind in dem damals gedrehten Tonfilm festgehalten, den die Gemeinde Wilstedt von dem Jubiläumsablauf herstellen ließ.

Mit der Beteiligung der Turner an den Übungsabenden war man nicht immer zufrieden. Der Vorstand versuchte, mit erzieherischen Mitteln abzuhelfen. Es wurden Strafgelder für unentschuldigtes Fehlen kassiert. Die Höhe der Geldbuße war unterschiedlich je nach dem Wert des Geldes in der entsprechenden Zeit: 0,20 bis 2,– Mark. Ferner drohte man bei 3- bis 5-maligem Fehlen mit dem Ausschluss aus dem Verein. Der Vorstand versuchte es auch andersherum: treue (regelmäßig teilnehmende) Turnkamera­den/innen erhielten am Jahresende eine Auszeichnung in Form eines kleinen Geschenkes.

Über die rein sportliche Arbeit hinaus unternahm der MTV immer wieder Veranstaltungen, die neue Mitglieder werben und möglichst ein paar Mark Überschuss in die Kasse bringen sollten. So wurde am 13.07.1928 mit Zufriedenheit ein Überschuss von 26 Mark verzeichnet. Meistens handelte es sich um Tanzfeste, die mit einem Schauturnen begannen. Lange Zeit gab es je einen im Winter und im Sommer. Die Namen für diese Veranstaltungen wechseln: gemütlicher Abend, Wintervergnügen mit turnerischen Aufführungen, Sommervergnügen mit Tanz, Unterhaltungs- und Werbeabend, Turnerball, öffentliches Kappenfest sowie Schauturnen oder neuerdings „Blau-gelbe Nacht“ (Wappenfarben von Wilstedt). Die Beteiligung stimmte nicht immer zufrieden: „Leider bleibt von Seiten der Dorfeingesessenen an der Beteiligung noch immer zu wünschen übrig.“ Tanzvergnügen wurden vor Jahren aufgegeben, es kamen nicht genug Interessenten.

Weitere Veranstaltungen: 1929 wird ein mehrtägiger Ausflug erwähnt, 1953 eine Busfahrt zum Deutschen Turnerfest nach Hamburg.

Als besondere Veranstaltung ist noch die Fahnenweihe erwähnenswert. Sie fand am 17.08.1924 statt und war mit einem Turn- und Sportfest verbunden.

Vom 27 bis 29.06.1980 fand das 34. Kreis-Turn- und Sportfest in Wilstedt statt. Der MTV übernahm aus Anlaß seines 60-jährigen Jubiläums die Ausrichtung desselben. Bei der Veranstaltung vollzog der Verein dann auch die offizielle Einweihung von Sportplatz und Heim.

 

Der Weg zum Bau einer Turnhalle

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Nach seiner Gründung erhielt der MTV den kirchlichen Gemeindesaal als Turn- und Übungsraum zur Verfügung gestellt. Am 19.10.1920 wurde erstmalig in ihm geturnt bei dem trüben Licht einer rußenden Petroleumlampe. Der damalige Wilstedter Pastor Cuntz war der Turnerei wohl gesonnen. Er schaffte Geräte für die kirchlich organisierte Jugend an und überließ dieselben dem MTV zur Gratisbenutzung. Ferner brauchte der Verein zunächst gar nicht einmal Miete zu zahlen. 1922 allerdings musste ein Betrag von 150 Mark für das Saalreinigen abgeführt werden. Vom 07.01.1923 an trat der MTV als Gegenleistung für die Raumbenutzung den Orgelbalg in der Kirche während der Gottesdienste. Den aktiven Turnern wurde dieser Dienst zur Pflicht gemacht, passive Mitglieder konnten sich freiwillig auch daran beteiligen. Dieses Beispiel enger Zusammenarbeit zwischen Kirche und Sportbewegung beweist, dass der Verein bemüht war, auch das zweite Wort aus dem Leitspruch der Turnerei „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ zu seinem Recht kommen zu lassen. Später verlangte der Kirchenvorstand eine bescheidene Miete. 1927 tauchte der Plan auf, den Autoschuppen am Konterschaft als Turnraum zu erwerben, nachdem die Kraftpostlinien eingestellt worden waren. Doch daraus wurde nichts. Ende 1956 kündigte der Kirchenvorstand den Mietvertrag für den Gemeindesaal. Nun stellte Gastwirt Tiedemann seinen Saal für den Turnbetrieb zur Verfügung. Da dies jedoch keine Dauerlösung sein konnte, brachte der Vorstand des MTV bei der Gemeinde Wilstedt den Antrag ein, neben der neuen Schule eine Turnhalle zu bauen. Diesen Antrag unterstützte das Lehrerkollegium. Aus der Sicht der Schule ergab sich die Notwendigkeit eines Hallenbaues auch im Hinblick auf die Schulreformpläne, nach denen Wilstedt ein Mittelpunktbereich für Schüler bis zum 9. Schuljahr werden sollte. Es kam jedoch nur für 3 Jahre zur Zusammenfassung. Dann wurde das Konzept wieder geändert. Wilstedt sollte als Mittelpunkt für Grundschüler dienen. Eine Turnhalle war auch dann dringend erforderlich.

Der Gemeinderat nahm den Plan auf. 1957/58 entstand der Bau. Im Frühjahr 1958 konnte die Turnhalle eingeweiht werden. Weil der MTV, allen voran der Vorstand, fleißig mitgearbeitet hatte, gab die Gemeinde ihm Nutzungsrecht. Außerdem leistete der Verein einen finanziellen Beitrag. Seither gibt es für Wilstedter Turner keine Raumsorgen mehr. Auch bei der Geräteausstattung zeigte sich die Gemeinde großzügig, so dass nun fleißig gearbeitet werden konnte.

 

Der Weg zum Bau eines Sportzentrums

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Der Verein besaß einen eigenen Sportplatz. Er war  4 1/2 Morgen groß und wurde im August 1931 vom Bauern Wilhelm Bartels gekauft. Dessen Sohn Hermann turnte im MTV. Ihm war sicher das Gelingen der Verhandlungen mit zu verdanken. Diese zogen sich lange hin. Schon am 30.07.1927 wird ein Kaufversuch erwähnt. Vor diesem Zeitpunkt hatte der Verein einen Platz gepachtet, wahrscheinlich schon bald nach der Gründung. Der gepachtete Platz war jedoch nicht identisch mit dem später gekauften. Die Pachtfläche lag direkt an der Straße nach Vorwerk, wo heute die Häuser Klee und Niekamp stehen. Beide Grundstücke waren uneben, und Heide wuchs darauf. In unermüdlicher, fleißiger Arbeit planierten die Turner freiwillig an den Feierabenden beide Plätze, hauten Heide, sammelten Steine ab. Die Herrichtung der Plätze ist vielleicht die eindrucksvollste Gemeinschaftsleistung des Vereins. Am 15.01.1932 wird im Protokoll von der Einweihung des erworbenen Sportplatzes gesprochen. Aber noch immer war die Heide nicht völlig verschwunden. Diedrich Kahrs half. Ihm wurde für Heidehauen auf dem Platz ein Lohn von 30 Mark zugesprochen. Am 13.08.1933 war es endlich soweit. Die Einweihung, verbunden mit einem Sportfest, fand statt.

Heute besitzt der MTV keinen eigenen Sportplatz mehr. Und das kam so. Die Fußballvertreter im Verein fanden, dass der alte Sportplatz für ihre Spiel- und Trainingsbedürfnisse nicht mehr ausreichend sei. Er wäre durch zu starke Frequentierung in einem schlechten Zustand. Außerdem fehle es an Erweiterungsmöglichkeiten. Die anderen MTV Sparten nahmen den Gedanken auf und weiteten ihn zu einem neuen Sportzentrum aus, das gegenüber dem Schützenplatz entstehen sollte. Nachdem 1972 ein Tennisklub gegründet worden war und sein Platzdomizil südlich der Mülldeponie fand, nachdem gegenüber das heizbare Freibad projektiert wurde, schien der richtige Ort für einen Sportplatz sich in dem Land von Hermann Bartels anzubieten. Es liegt westlich der Schuttkuhle zwischen Schulstraße und Reitbahn (Flur 6, Flurstück 30/1). Über die im Gemeinderat vertretenen MTV-Mitglieder wurde der Plan publik gemacht (Hugo Hinz, Werner Borgfeldt, Johann Otten). In der Ratssitzung vom 16.02.1972 gab es erstmals eine Diskussion über das Projekt. Bürgermeister Johann Schröder erhielt den Auftrag, mit Hermann Bartels die Verhandlung zu führen. Schon am 24.05.1972 kam ein Kaufvertrag zustande. Das benötigte Gelände „Auf dem Emel“ ging in den Besitz der Gemeinde über. Es hat die Fläche von 3,39 ha. Bartels erhielt im Austausch dafür  7 1/2 Morgen gutes Ackerland im „Mittelfeld“ an der Flakstraße von der Gemeinde. Es gehörte ehemals zum Hof der Gastwirtschaft Schnackenberg, den die Gemeinde vor etwa 10 Jahren mit 72 Morgen Land kaufte. Die Unterschiedsfläche erhielt Herr Bartels mit Geld vergütet. Ferner übernahm die Gemeinde Wilstedt vom MTV den alten Sportplatz als Bauland. Er war 1,29 ha groß. Am 05.09.1972 beschloss der Gemeinderat den Bebauungsplan „Sportzentrum Wilstedt“. Mit Verfügung vom 26.03.1973 genehmigte die Bezirksregierung in Stade den Plan. Laut Protokoll befasste sich der MTV in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 24.05.1976 mit dem Sportplatzneubau. Erstmals wurde nun vor der Vereinsöffentlichkeit der Plan erörtert, den alten Sportplatz herzugeben, wenn die Gemeinde Wilstedt das Platzprojekt in Regie nehmen, durchführen und finanzieren würde. Der Gemeinderat erklärte sich bereit, die Gemeinde blieb also Platzeigentümer. In verschiedenen Ausschusssitzungen (Bau- u. Finanzausschuss) sowie Ratssitzungen befassten sich die Mitglieder mit dem Ausbau der Sportanlage. Am 12.12.1977 stellte die Gemeinde den Bauantrag, die Genehmigung wurde am 22.05.1978 erteilt. Allerdings waren einige Auflagen zu erfüllen. Sie erforderten eine Erweiterung und Änderung des Bebauungsplanes Nr. 6. Trotz des noch laufenden Planverfahrens begannen 1977 Sandabbau und Planierungsarbeiten. Die weitere Bauausführung wurde in mehreren Bauabschnitten beschlossen, um die Finanzierung (jährlich je Bauabschnitt 150.000,– DM bei einem Gesamtkostenvolumen v. ca. 500.000,– DM) realisieren zu können.

Nach Vergabe konnte mit den einzelnen Gewerken begonnen werden. 1978 führte Firma Peppler, Bremen, die Erdarbeiten (Spielfelder und Wallaufschüttungen) durch. 1979 entstanden nach Beendigung der Dränagearbeiten das endgültige Spielfeld nach DIN-Norm sowie das Übungsfeld. Mitglieder des MTV bepflanzten in Eigenleistung die Wälle mit insgesamt 23.865 Stück Bäumen und Sträuchern. Parkplätze für ca. 100 PKW entstanden. Die Firma Draht-Dressel errichtete den Zaun.

 

Bau und Erweiterung des Vereinsheim

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Ein Vereinsheim wollte der MTV weitgehend in Eigenleistung erstellen. Alle aktiven Mitglieder sollten Arbeitsstunden oder deren Gegenwert in DM beisteuern. Mit dem Bau wurde im Spätherbst 1979 begonnen, gerichtet wurde am 08.12.1979.

Erweiterung

 

So markiert das Jahr 1980 einen Höhepunkt in

der Vereinsge­schich­te des MTV Wilstedt.